Von der Steppe bezwungen?

In Kasachstan haben wir wunderbare Menschen kennengelernt. Die goldene Steppe hatte es aber in sich und wir bekamen die Naturgewalten zu spüren: Brutaler Gegenwind, Gewitter und Gluthitze machten das Radfahren zu einer echten Challenge! Waren wir ihr gewachsen?

Alashankou-Taldyqorghan | 18.06.2025 – 30.06.2025 | 364,4 km | 2620 m

Nach einem letzten schönen Abend in Alashankou, welchen wir mit einer Bäckerin an ihrem Brotstand verbracht haben, ging es am nächsten Morgen mit dem Fahrrad zum Busterminal. Dort mussten wir zum ersten Mal unser Gepäck durchleuchten. Die gute Nachricht war, dass unsere dubiose Reservation des Tickets vom Vortag geklappt hatte. Wir durften dann unsere Räder und das Gepäck als erstes in den Laderaum des Reisebusses verladen.

Pünktlich um 10:30 fuhren wir zum Grenzübergang, wo wir wieder alles ausladen mussten. Entgegen vieler Berichte im Internet war aber alles sehr entspannt und die Beamten waren sehr freundlich. Sie waren sehr interessiert an unserer Reise und stellten viele Fragen, so dass wir die letzten waren, die durch die Passkontrolle gingen. Es gab kurz etwas Verwirrung, da Vivi mit ihrer „chinesischen“ Identität aus China ausreisen wollte, jedoch mit dem Schweizer Pass nach Kasachstan wollte. Da China – im Gegensatz zu Taiwan – keine Doppelbürgerschaft anerkennt, wollten sie die Dokumente mehrmals kontrollieren. Am Ende war es aber kein Problem.

Der ganze Bus musste in der Sonne auf uns warten, da wir wieder als erstes unsere Räder einladen mussten. Sorry! Danach fuhren wir durchs Niemandsland zum kasachischen Grenzposten. Dort musste wiederum alles ausgeladen werden. Der Grenzübergang klappte ganz problemlos und war sehr unkompliziert. Nachdem wir die Fahrräder ein letztes Mal in den Bus luden, fuhren wir etwa noch 10 Minuten zum Bahnhof von Dostyk.

Dostyk ist das Dorf auf der kasachischen Seite der Grenze, und es fühlte sich so an, als hätte man eine Zeitreise hinter sich. Nicht nur die drei Stunden Zeitunterschied zu China sind damit gemeint, sondern man hatte auch das Gefühl, dass dort die Zeit seit der Sowjetunion stehen geblieben war. Wir wollten eine Nacht dort übernachten, da wir uns auf die nächsten Paar Tage vorbereiten wollten, und es ist sowieso immer gut, ruhig in ein neues Land zu starten. 

Kasachstan ist das grösste Binnenland der Welt und war nach Russland auch das grösste Land der Sowjetunion. Es ist das reichste der -stan Länder, da es grosse Öl- und Gasreserven hat. Landschaftlich ist es vor allem von einer Steppenlandschaft geprägt, und es erstreckt sich von China auf der einen Seite, bis zum europäischen Kontinent im Westen. Es war für uns auch das erste Land auf der Reise, welches weder von Vivi, noch von mir schon einmal bereist wurde. Wir kamen also sehr gespannt und mit viel Vorfreude dort an!

Durch die Zeitdifferenz nach China war es kurz nach 10 Uhr, als wir in Dostyk unsere Räder ausluden. Die meisten Leute nehmen am Abend den Zug, welcher in die Hauptstadt Astana fährt. Wir kamen ins Gespräch mit einer chinesisch-kasachischen Frau mit ebendiesem Plan, und sie fragte, ob wir gemeinsam Mittagessen wollen.

Wir fanden das eine tolle Idee und wir gingen in ein kleines Restaurant neben dem Bahnhof. Dort gesellten wir uns an einen grossen Tisch mit zwei anderen Leuten, Gulmyra und Yerkin. Sie waren ganz begeistert von uns und unserem Plan, und gaben uns viele wertvolle Tipps für unsere Reise in Kasachstan. Wir wurden zum Essen eingeladen und bekamen sogar noch Geld geschenkt! Danach wurde ich von einem Fremden mit dem Auto zum Hotel gefahren, um nachzusehen, ob dort noch Platz war. 

Meine sehr rudimentären Russisch-Kenntnisse, bestehend aus ein paar Duzend Wörtern und die Kenntnis des kyrillischen Alphabets, erwiesen sich als sehr hilfreich. Mit der Ergänzung von Google Translate konnten wir so einigermassen mit den Leuten kommunizieren. Eine Umstellung, nachdem wir in China alles verstanden…

Wir ruhten uns am Nachmittag – es war brütend heiss – in unserem Hotel aus, nachdem wir Geld abgehoben hatten. Am Abend trafen wir wiederum unsere drei neuen Freunde im Restaurant, und wurden noch einmal zum Essen eingeladen. Vom Restaurantbesitzer bekam ich seine Takke, die muslimische Gebetskappe, geschenkt: Eine grosse Ehre für einen Gast! Was für ein Einstieg in ein neues Land!

In der Nacht bemerkte ich, dass durch die Zeitverschiebung die Sonne schon um etwa 3:30 aufging. Ich war ganz verwirrt, als ich dadurch geweckt wurde und auf die Uhr schaute. Ich zog den Vorhang und legte mich noch einmal hin. Etwas später wachten wir auf und machten uns auf den Weg zum Laden, um Vorräte einzukaufen. Neben 16 Litern Wasser kauften wir auch Essen ein und genossen die grosse Auswahl an bekannten Produkten. So assen wir zum Frühstück ein Kippjogurt – So etwas hatten wir das letzte Mal vor unserer Abreise in der Schweiz!

Danach machten wir uns auf den Weg: Vor uns lagen gut 100km totales Ödland ohne Süsswasser, Laden und nicht einmal einen Baum für Schatten. Bevor wir den Ort verliessen, füllten wir unsere Benzinflasche für unseren Kocher auf. Ein Liter kostete etwa 35 Rappen. Beim Ortsausgang sahen wir die erste стела (Stela), ein monumentales Ortsschild, welches in der Sowjetunion sehr üblich war und in den Nachfolgestaaten immer noch anzutreffen ist.


Es war sehr heiss und es wehte ein kräftiger Gegenwind, so dass wir nur langsam vorwärts kamen. Wir wurden von etlichen Lastwagen überholt, welche Güter von China nach Europa transportieren. Darunter waren auch einige mit EU-Kennzeichen, so weit von Europa entfernt! Wir mussten kräftig in die Pedale treten, da es neben dem Wind immer wieder leicht bergauf ging. Es gab keinen Baum weit und breit, so dass wir für das Mittagessen Schutz unter der Strasse in einem Abflussrohr suchten. Am Abend erreichten wir nach etwa 50km den Jalanaschkol-See, wo wir einen wunderbaren Platz zum Zelten fanden. Wir waren so müde, dass wir auf’s Kochen verzichteten und nur Brot mit verschiedenen Snacks assen.

Leider wurde Vivi auf der Suche nach einem Zeltplatz in der Nähe des Wassers von einer Bremse gestochen, auf welche sie sehr allergisch ist (sie war vergangenes Jahr deswegen sogar auf dem Notfall). Wir versuchten, den Stich so gut wie möglich zu versorgen und legten uns um etwa 8 Uhr ins Zelt, um zu schlafen. Da es so trocken war, verzichteten wir auf das Aussenzelt und konnten so wunderschön die Sterne beobachten. Kurz nach 4:30 wachten wir auf, denn es war schon taghell draussen und die Sonne heizte schon wieder ordentlich ein. Wir assen ein eher improvisiertes Frühstück (zum Kochen waren wir zu faul), packten alles zusammen und machten uns wieder auf den Weg.

Leider war der Tag extrem hart. Es hatte sich an Vivis Bein – wie erwartet – der Stich vom Vortag entzündet und er schwoll extrem an, was das Radfahren sehr schmerzhaft machte. Wir mussten zudem unser Wasser gut einteilen, da es keine Möglichkeit gab, unsere Vorräte aufzustocken. Der Gegenwind war nach etwa einer Stunde Fahrt so stark, dass wir absteigen und schieben mussten. Über die Berge zog dann noch ein Gewitter auf und wir hatten keinerlei Schutz von der Naturgewalt, so dass wir versuchten, per Anhalter mitgenommen zu werden. Viele Autos hielten an, hatten aber keinen Platz für uns und unsere Räder. So mussten wir wohl oder übel weiter gegen den Wind fahren, bis wir ziemlich entkräftet den kleinen Ort Köktuma Stansasy erreichten, eine Siedlung mit etwa 10 Häusern und einem Bahnhof. Dort konnten wir endlich Wasser kaufen und es gab sogar ein Glacé.

Vivi sagt: Es ist wie in einem Dyson-Händetrockner

Als wir gerade unser Glacé assen und ein kaltes Getränk genossen, begann es zu regnen und es donnerte schon wieder. Eigentlich wollten wir in der Nähe am See zelten, aber aufgrund des aufziehenden Gewitters und Vivis schmerzendem Bein waren wir nicht mehr so begeistert von diesem Plan. Wir suchten am Bahnhof unter dem Vordach Schutz und wollten dort einen neuen Plan schmieden. Wir fragten die junge Frau namens ‚Manschuk‘ am Bahnhofschalter, ob es in der Nähe eine Unterkunft für uns gäbe. „Mein Haus“, antwortete sie ohne zu zögern und auf Englisch. Keine fünf Minuten später fuhr auch schon ihr Vater mit dem Auto vor. Es wurde gestikuliert und diskutiert, und schlussendlich einigte man sich wie folgt: Wir sollen nach Köktuma – das nächste Dorf – fahren. Wenn es noch Platz in einem Hotel gibt, schlafen wir dort, falls nicht, schlafen wir bei ihnen zuhause.

Da Vivis Bein nicht mehr mitmachte, wurde sie mitsamt Velo und Gepäck ins Auto eingeladen, ich fuhr die restlichen 15km ohne Gepäck bis nach Köktuma, wo wir in ein schönes Guesthouse direkt am Alaköl-See einquartiert wurden. Manschuk war wohl etwas enttäuscht, dass es Platz hatte, denn sie hätte uns sicher sehr gerne zuhause aufgenommen, aber wir vermuteten, dass ihre Eltern nicht so begeistert waren von dieser sehr spontanen Idee. War ja auch kein Problem für uns.

Am nächsten Morgen beschlossen wir, noch einen Tag zu bleiben. Zu verlockend war der See, welcher wunderbar erfrischend war und dessen Wasser heilende Kräfte zugeschrieben werden. Sowjetische Kosmonauten kamen jeweils nach dem Aufenthalt im All hierhin, um zu rehabilitieren. Wir informierten Manschuk darüber und wollten sie zum Dank für ihre Hilfe zum Essen einladen, aber das kam nicht in Frage: Sie käme uns um 17:00 abholen, wir seien bei ihr zuhause eingeladen! Am Morgen badeten wir bei bestem Wetter im herrlichen Salzsee.

Am Nachmittag lernten wir unsere Zimmernachbarn kennen: Said, Madina und Ulpana. Wir setzten uns zu ihnen und wurden sofort mit Essen versorgt. Natürlich wurde auch gleich der Vodka und das Bier hervor geholt, aber da wir noch eine Verabredung hatten (und sowieso auf Alkohol verzichten), lehnten wir ab, denn wenn man einmal anfängt, ist es sehr schwer, wieder auszusteigen, denn чуть чуть (chut-chut, ein Bisschen) geht immer noch… Am Schluss wurden es dann aber doch 2-3 Gläschen!

Said wollte uns unbedingt in die Banja, die russische Sauna, einladen. So schwitzen wir ein paar Minuten später in der Sauna, um danach in den See zum Abkühlen zu hüpfen! Dies wiederholten wir ein paar Mal. Eine neue Erfahrung für uns und wiederum eine tolle Begegnung mit total netten Leuten!

Danach mussten wir auch schon los, denn Manschuk und ihr Onkel fuhren pünktlich um 17:00 vor. Wir wurden zu ihrem Haus chauffiert, wo die ganze Familie an einem wunderschön gedeckten Tisch schon auf uns wartete. Wir wurden mit viel Essen verwöhnt, es wurde am Morgen eigens für uns ein Schaf geschlachtet. Die Grossmutter sass oben am Tisch und gestikulierte wild mit der Fliegenklatsche, wenn wir zu lange nichts assen. Wir assen viel zu viel und bekamen am Schluss keinen Bissen mehr runter, aber es war alles sehr lecker und wir waren sehr dankbar für diese Einladung! Wir waren richtig begeistert von den herzlichen Menschen in Kasachstan!

Am nächsten Tag ging es weiter, aber wir waren ehrlich gesagt versucht, noch ein paar Tage am See zu bleiben. Da wir aber Angst hatten, dass es jeden Tag noch heisser wird, entschieden wir uns dagegen und fuhren los. Wieder kämpften wir mit dem Wind und der Hitze, Vivi nannte es passend „Heissluftfritteuse“. Wir mussten einen kleinen Umweg fahren, um Wasser zu finden. In einer kleinen Siedlung betraten wir ein Geschäft und fragten den Besitzer, ob es irgendwo ein Restaurant gäbe … Gab es nicht. Wir fragten ihn dann, ob er heisses Wasser habe…

Fünf Minuten später sassen wir in der Küche seines Hauses und bekamen heisses Wasser für unsere Instant Nudeln. In seinem Laden kauften wir dazu noch eine Wurst und kühle Getränke. Er wollte uns dann noch ein gebratenes Hähnchen anbieten, aber wir lehnten dankend ab. Unglaubliche Gastfreundschaft! Danach fuhren wir gestärkt, natürlich nach einem Fotoshooting, und mit kaltem Wasser im Gepäck in die Stadt Üscharal, wo wir in ein Hotel eincheckten und eine recht gute Pizza assen. 

Von Üscharal aus fuhren wir in Richtung Süden. Leider war der Gegenwind wieder sehr stark und wir hatten auch einige steile Steigungen zu überwinden, so dass wir sehr langsam voran kamen. So nett und herzlich die Menschen in Kasachstan auch waren, war das Radfahren sehr anstrengend und auch die schöne Landschaft kompensierte nur teilweise die Anstrengung. Mit anderen Worten: Das Radfahren machte seit der Ankunft in Kasachstan nicht viel Spass… Es wurde durch die fast unerträgliche Hitze und den konstanten Gegenwind vielmehr zu einem Durchhalten. Nur knapp vor Dunkelheit checkten wir an diesem Abend in ein Hotel auf einer Raststätte ein.

Am nächsten Tag fuhren wir nur 4km in das nächste Dorf, wo wir eine Pause einlegten. Wir waren zu erschöpft, um wieder den ganzen Tag gegen den Wind zu fahren. Spannend war, dass wir dort zwei Menschen trafen, die ein wenig Deutsch sprachen, welches sie in der Schule gelernt hatten, unter anderem den Satz: „Meine Mama ist die beste!“

Auch am nächsten Tag lief es nicht besser, es war sogar ein richtiger Pechtag: Nach etwa 7km fühlte sich Vivi plötzlich gar nicht mehr gut. Ihr Kreislauf machte nicht mehr mit, sie schwitzte kalt und ihre Hände zitterten. Angesichts dessen, dass in den nächsten Tagen nicht viel Infrastruktur vor uns lag, entschieden wir uns, umzukehren.

Auf dem Rückweg wurde ich dann von einer Wespe am Kopf gestochen, welche sich wohl in meinem Helm verirrt hatte. Kurz darauf begann es auch noch zu regnen! Wir kehrten zum Restaurant zurück, wo wir am Abend vorher gegessen hatten, denn der Besitzer konnte Chinesisch. Da es Vivi nicht gut ging, entschieden wir uns, mit dem Auto bis nach Taldyqorghan – die grösste Stadt in der Region – zu fahren. Wir hatten Angst, dass Vivi vielleicht einen Arzt braucht, und in dem Dorf, in welchem wir uns befanden, war es darum nicht gut bestellt! Mit Hilfe des Restaurantbesitzers fanden wir jemanden, der uns und all unser Gepäck mitnehmen konnte. Wir mussten hart verhandeln, und am Schluss bezahlten wir immer noch viel zu viel… Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen, oder so 😉

Landschaftlich und „radfahrtechnisch“ verpassten wir auf den etwa 250km bis nach Taldyqorghan nicht viel… Es war zwar hübsch anzusehen, aber nach ein paar Tagen wäre es wohl sehr eintönig gewesen. Somit war wenigstens dies nicht eine all zu grosse Enttäuschung. Priorität hatte, Vivi wieder in Form zu bringen, so dass wir von dort aus weiterradeln konnten.

Nach zwei Tagen Pause in Taldyqorghan fuhren wir in die Berge im Osten, denn wir wollten durch den Altyn-Emel-Nationalpark Richtung Kirgisistan im Süden fahren. Es war eine sehr anstrengende Etappe, denn es ging den ganzen Tag lang bergauf. Die schöne Landschaft entschädigte aber die strenge Fahrt. Unterwegs fanden wir auch noch ein wunderschönes Denkmal für die sowjetischen Soldaten, welche im zweiten Weltkrieg gekämpft haben.


Am Abend fanden wir auf einer Wiese neben der Strasse einen eher suboptimalen Platz zum Zelten. Das Gras war recht hoch und zu meinem Schreck war innert kürzester Zeit eine riesige Zecke im Innern unseres Zelts! Keine Ahnung, wie sie es rein geschafft hat, aber sie flog in hohem Bogen wieder raus! Wir kochten dann noch die Nudelsuppen, welche wir seit China dabei hatten, und legten uns dann sehr müde ins Zelt.

In der Nacht begann es dann zu regnen, obwohl der Wetterbericht eine 0% Chance für Regen voraus gesagt hatte. Zum Glück hatten wir das Aussenzelt montiert. Es wurde ausserdem recht frisch, und zum ersten Mal schliefen wir in unseren warmen Schlafsäcken. Um 4 Uhr wurden wir von Tageslicht und Donner geweckt. Es bewegte sich eine schwarze Wand auf uns zu und wir entschieden, uns so schnell wie möglich aus dem Staub zu machen. Wir waren auf einer Wiese mitten in den Bergen sehr exponiert und das machte mir Angst. Wir packten also im Regen all unsere Sachen zusammen und radelten weiter.

Nach nur etwa 200m ging es Vivi jedoch erneut gar nicht gut. Sie hatte schon die seit dem Start der Reise mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und leider schien es so, als ihr Körper nach 300 Tagen unterwegs jetzt ein Stop-Signal senden würde. Da wir noch einige Höhenmeter vor uns hatten, und einige anstrengende Tage auf uns warteten, entschieden wir nach kurzer Diskussion, zurück nach Taldyqorghan zu fahren. Da vor uns ganz schwarz war, und der Himmel hinter uns schon wieder blau war, schien dies für uns ein Zeichen zu sein, dass umdrehen die richtige Entscheidung war. Und sowieso: Die Gesundheit geht immer vor!

So fuhren wir die am Vortag mühsam erklommenen Höhenmeter wieder zurück. Immerhin ging es dadurch die ganze Strecke abwärts, und wir knackten sogar einen neuen Geschwindigkeitsrekord von fast 60 km/h.

In Qarabulaq, einem grösseren Ort etwa 20km vor Taldyqorghan, hielten wir für ein Frühstück. Zwei Männer, die den Laden gerade mit Früchten belieferten, fragten uns mit Google Translate nach unserer Reise. Nach unserer Antwort schrieben sie auf ihr Handy „some vitamins for you“ und reichten uns einen Sack voller Äpfel und Bananen. Danach lief einer der Männer in die Apotheke auf der anderen Strassenseite und kam mit einer Salbe gegen Muskelschmerzen zurück, welche er uns überreichte… Falls mal die Beine weh tun 🙂 Wieder so eine tolle Begegnung, die unsere bedrückte Stimmung wegen Vivis Gesundheit etwas aufheiterte!

Zurück in Taldyqorghan checkten wir in ein Hotelzimmer ein, so dass sich Vivi erholen kann. Dort schreiben wir diesen Blogartikel und schmieden einen neuen Plan – Denn so wie ursprünglich geplant werden wir die Reise vermutlich nicht fortführen können…

8 Gedanken zu „Von der Steppe bezwungen?“

  1. Hallo Zäme, mit viel Spannung lese ich immer sehr gern Euren Reisebericht. Am Schluss entsteht bestimmt ein Buch über die weite Reise. Oder noch besser einige spannende Vorträge. Vivi wünsche ich ganz gute Besserung. Hoffe, Dass Ihr weiter fahren könnt. Wir in der Schweiz sind nur am Schwitzen. Liebe Grüsse und alles Gute Hans und Vreni

    1. Hallo Vreni & Hans

      Vielen Dank – Wir fahren auf jeden Fall weiter, so schnell lassen wir uns nicht unterkriegen! Wir müssen es einfach ruhig angehen.

      Liebe Grüsse in die Schweiz
      Damian & Vivi

  2. Wir haben einen Teil der Strecke 2023 gefahren… zum Glück nicht mit Gegenwind und nur wenige Tage vor einer von uns gefürchteten Hitzewelle😅! Die Steppe ist schon eindrücklich, aber Faszination & Freude wandeln sich auch sehr schnell zu einem Kampf gegen Erschöpfung, Hitze und Demotivation…
    Auf alle Fälle wünschen Vivi gute Erholung und euch beiden eine gute Entscheidungsfindung…

    Zum Verweilen/Ausruhen können wir übrigens Almaty empfehlen; Eine tolle, quirlige und erstaunlich offene Stadt! Und leckeres koreanisches Essen😋…

    1. Ich habe bei der letzten Pause euren Beitrag zu diesem Teil der Reise nochmals gelesen, um zu schauen, ob ihr auch so gelitten habt 😀 Ohne Gegenwind wäre die Sache auf jeden Fall viel einfacher gewesen, obwohl wir nicht sicher sind, ob es Vivi nur deswegen so schlecht ging. Hier in Taldyqorghan ist der Wind nun weniger stark und wir hoffen, dass es im Süden nun etwas weniger streng wird: Wir steuern nun mal Almaty an und entscheiden dann dort, wie es weiter geht – Von dort aus bieten sich mehrere Möglichkeiten und Routen an… Und für gutes Essen sind wir ja sowieso immer zu begeistern!

      Liebe Grüsse nach Kanada – Es sieht wunderbar aus, haben eben euren neuen Beitrag gelesen 🙂

      Damian & Vivi

  3. hallo zäme,
    bilder und etwas aus dem text habe ich taisiia gesendet. sie ist in almaty, kasachstan, geboren und kam mit 12 nach russland.
    wir wünschen vivi gute besserung!
    hoffentlich findet ihr eine lösung, die für euch stimmt und ihr nicht alles umstellen müsst.
    alles gute und liebe grüsse

    1. Hallo zusammen

      Wir haben Kasachstan sehr genossen und auch Almaty hat uns super gefallen! Wir konnten uns dort auch gut erholen und heute geht es weiter!

      Liebe Grüsse aus Almaty 😉
      Damian & Vivi

  4. Hallo Vivi, hallo Damian,
    wir sind noch bis morgen früh (mittwoch) in Almaty. Scheint, dass ihr entweder offline seid oder die Nachricht über instagramm nicht erhalten habt. Könnt mich über WhatsApp erreichen, falls ihr heute abend schon in Almaty seid und Lust auf ein Treffen habt.
    Lg Petra und Schorsch

    1. Hallo zusammen

      Schade, dass wir uns so knapp verpasst haben! Wir wünschen euch eine gute Weiterfahrt bei angenehmen Temperaturen!

      Liebe Grüsse
      Damian & Vivi

      PS: Petra, ich habe deine Telefonnummer entfernt, dass sie nicht öffentlich ist. Habe sie aber in meinem Telefon gespeichert 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert