Nach unserem kurzen Urlaub in Taiwan kehrten wir nach Lanzhou zurück. Von dort aus fuhren wir weiter gegen Westen. Nach einem Abstecher nach Qinghai, welcher kläglich scheiterte, kehrten wir nach Gansu zurück und erreichten dort die Stadt Jiayuguan, wo einst das Reich der Mitte endete…
Lanzhou – Jiayuguan | 21.05.2025 – 04.06.2025 | 610,85 km | 2710 hm
Der Flughafen Lanzhou ist circa 70 Kilometer von Downtown entfernt. Wir nahmen einen Bus nach Lanzhou New Area, übernachteten dort und nahmen frühmorgens den gratis Transfer zum Flughafen in Anspruch. Das Terminal 3 wurde erst im März 2025 eröffnet: Nagelneu und top modern! Mit Hainan Airlines flogen wir zuerst nach Peking, übernachteten dort und flogen am nächsten Morgen nach Taipei weiter.

Im Gegensatz zu Gansu war es in Taiwan sehr grün, heiss und feucht. Kein Wunder, hielten wir uns selten draussen auf und genossen drinnen die Klimaanlage. Kurz hatten wir noch überlegt, in Taiwan Fahrräder zu mieten und eine kleine Tour zu machen, aber dieser Plan wurde in dem Moment verworfen, als wir aus dem Flughafen in die schwüle Hitze traten… Wir wohnten bei Vivis Mutter zuhause, genossen die Zeit mit der Familie und erholten uns gut. Keine Ausflüge, keine Museen, einfach nur relaxen (und essen 🙂 ). Einzig einen Vortrag über unsere Reise hielten wir in Vivis ehemaliger Schule – Es hat mittlerweile fast Tradition, dass ich bei jedem Besuch in Taiwan einen kleinen Unterricht vorbereite.
Die zwei Wochen vergingen sehr schnell und wir machten uns wieder auf den weiten Weg nach Gansu. Wieder zuerst nach Peking, umsteigen, danach nach Lanzhou, Übernachtung neben dem Flughafen, dann ein Bus nach Downtown…und natürlich das Wichtigste: Bei der Einreise in Peking erhielt ich 30 Tage Aufenthaltsbewilligung ohne Visum.
Nach dem Check-In im Hotel machten wir uns sofort auf zum Fahrradladen Bike&Work, um unsere Fahrräder abzuholen. Natürlich brachten wir Geschenke aus Taiwan mit, zum Dank, dass wir unsere Ausrüstung dort kostenlos lagern durften! Danach trafen wir noch einmal den Kollegen, den wir auf Hainan getroffen hatten, zusammen mit seiner Freundin auf einen Kaffee. Unterwegs dorthin ist uns aufgefallen, dass Vivi ihre Sonnenbrille in Taiwan vergessen hatte. Als wir dies dem Kollegen – mit dem wir nota bene nur 2 Minuten in Hainan auf der Strasse gequatscht hatten – erzählten, sagte er, er organisiere eine und verschwand: Eine Stunde später kam er mit einer nagelneuen Sonnenbrille zurück, die er Vivi schenkte. So lieb!

Am nächsten Morgen ging es wieder los: Wir verliessen Lanzhou in Richtung Westen und folgten dabei dem Gelben Fluss. Nach etwa 14km hatten wir den Stadtrand erreicht. In China ist es oft so, dass man in einer Stadt zwischen riesigen Hochhäusern fährt, und man plötzlich nach einer Kurve ohne Vorwarnung wieder in der Natur ist. So war es auch dort. Wir fuhren dem Fluss entlang durch ein enges Tal bis in die Stadt Ping’an. Dort übernachteten wir und folgten am nächsten Tag dem (ebenso gelben) Fluss Huang Shui. Die Landschaft war sehr schön und es fühlte sich toll an, wieder unterwegs zu sein!
Mittlerweile hatten wir die Heihe-Tengchong-Linie überquert: Diese Linie teilt China in zwei flächenmässig gleich grosse Teile. Westlich davon lebt aber nur etwa 6% der Bevölkerung, während östlich davon somit 94% der Bevölkerung lebt. Dies bedeutete für uns, dass nun die Städte weiter auseinander lagen, und wir nun viel wilde Natur vor uns hatten.
Nach einer Übernachtung im Ort Honggu erreichten wir nach etwa einer halben Stunde Fahrt die Provinz Qinghai. Qinghai heisst übersetzt grünes/blaues Meer und bezieht sich auf den Qinghai-See, der grösste Salzsee in China. Spannend ist auch: Das Chinesische Zeichen Qing (青) kann grün oder blau bedeuten – In manchen Sprachen wurde/wird nämlich nicht zwischen den beiden Farben unterschieden!
Qinghai ist eine grosse Provinz, etwa zweimal so gross wie Deutschland, hat aber mit 6’000’000 Einwohnern weniger Menschen als die Schweiz. Somit ist sie sehr dünn besiedelt, was auch daran liegt, dass ein grosser Teil der Provinz über 3000 Meter liegt und sehr bergig ist. Für uns war es besonders spannend, da die Region zur Tibetischen Kulturregion Amdo gehört, es aber auch verschiedene muslimische Minderheiten gibt (wie zum Beispiel die Salaren).
Wir wurden in Qinghai sehr freundlich begrüsst: Am Mittag hielten wir in einem kleinen Restaurant. Gerade als wir bestellen wollten, luden uns die drei Herren am Nachbartisch ein, mit ihnen zu essen. So setzten wir uns zu ihnen und assen gemeinsam. Die Verständigung war etwas schwierig, da sie nicht gut Mandarin sprachen, aber es war trotzdem ein sehr schöner erster Tag in dieser Provinz!
Wir folgten dem Tal weiter in Richtung Xining, die Hauptstadt von Qinghai. Umgeben von schönen Bergen gewannen wir stetig an Höhe. Wir folgten hauptsächlich der Strasse G109, aber im Gegensatz zu anderen G-Strassen (die „höchste“ Strassenklasse nach der Autobahn) gab es viel weniger Verkehr als bisher, was sehr erfreulich war. Trotzdem mussten wir wie immer vorsichtig Fahren, und wir hatten auch zum ersten Mal unsere Leuchtwesten im Einsatz: Tunneldurchfahrten sind wegen dem Lärm und der schlechten Luft immer sehr unangenehm und durch den fehlenden Seitenstreifen auch gefährlich, da es wenig Platz zum Überholen gibt. Ausserdem fahren in China auch viele Leute ohne Licht…
In der Stadt Le Du wurde uns das erste Mal bewusst, dass wir in eine andere Welt eingetaucht sind. Schon auf dem Weg dorthin sahen wir in der Ferne ein Tibetisches Kloster, in der Stadt angekommen fanden wir dagegen eine schöne Moschee und einen geschäftigen Markt.
Wir erreichten Xining nach einer sehr windigen Etappe. Aufgrund der hohen Lage wechselte das Wetter sehr schnell, so wie man das auch in den Alpen kennt. Wir hatten Glück und blieben auf dem Weg nach Xining meistens vor Regen verschont. In Xining machten wir einen Pausentag. Leider waren wir sehr müde, vielleicht wegen der Höhe: Vor einer Woche waren wir in Taiwan noch auf 0m ü.M., während wir in Xining auf knapp 2300m waren. So genossen wir einen gemütlichen Tag und schlenderten am Abend lediglich über den Nachtmarkt.


Nach dem Pausentag machten wir uns auf in Richtung Norden: Wir freuten uns sehr auf diese Etappe, denn zwischen uns und der Stadt Zhangye, welche in Gansu liegt, lag das imposante Qilian-Gebirge. Dieses wollten wir in ein paar Tagen überqueren, um zurück nach Gansu zu gelangen und unsere ursprüngliche Route fortzusetzen.
Wir fuhren eine relativ kurze Etappe nach Datong, da wir unsere Kräfte für die fast 4000m hohen Pässe, die vor uns lagen, sparen wollten. Wir kamen recht früh am Nachmittag an und checkten in ein einfaches Hotel ein. Nach der Dusche und etwas Erholung gingen wir raus, um etwas zu essen und ein paar Vorräte zu kaufen, da wir planten, in den Bergen im Zelt zu schlafen.

Als wir zurück kamen und eigentlich schon fast bereit für’s Bett waren, klopfte plötzlich der Hotelbesitzer an unsere Tür: Die Polizei hatte ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass wir nicht in dieser Stadt übernachten durften. Sie sagten ihm, dass wir nach Xining zurückkehren mussten. Es war mittlerweile 8 Uhr abends und schon fast dunkel… Somit war die Rückkehr nach Xining für uns keine Option, da wir ja sowieso in die andere Richtung wollten. Wir packten all unsere Sachen und versuchten es in einem anderen, grösseren Hotel. Die Polizei meinte nämlich, dass dieses das einzige sei, wo Ausländer übernachten dürfen.
Auch dort hiess es aber: Ausländer nicht erlaubt! Vivi rief dann die Polizei gleich selber an und fragte, wo wir denn schlafen könnten. Die Antwort war: Nirgendwo, zurück nach Xining mit euch! Aller Protest blieb zwecklos, es gab keine Möglichkeit, uns in Datong unterzubringen.
Es stellte sich heraus, dass man seit kurzem (??) für fast ganz Qinghai einen speziellen Permit brauchte, den wir nicht hatten. Warum, sagte uns niemand, aber offenbar gab es heikle militärische Anlagen dort. Wir fanden nur heraus, dass es 15 Tage dauern würde, so einen Permit zu kriegen. So sassen wir um 9 Uhr abends in Datong auf der Strasse, ohne Möglichkeit, irgendwo zu übernachten. Ich hatte gehört, dass vor etwa zwei Wochen ganz in der Nähe zwei Radfahrer verhaftet wurden, da sie in der „verbotenen Zone“ gezeltet hatten… Somit machte uns diese Variante auch nicht an, zumal ein Zeltplatz im Dunkeln zu finden schon unter normalen Umständen nicht einfach ist.
Wir hatten also die Option, nach Xining zurückzukehren. Jedoch hätte das nicht viel Gebracht, da wir ja in die andere Richtung zurück nach Gansu wollten, und dies eben nur durch die verbotene Zone ging. Die andere Option war, einen Transport raus aus Qinghai bis in die erste Stadt in Gansu zu organisieren. Obwohl wir dies nicht wollten, schien es als das einzige Logische. Sonst hätten wir via Xining wieder zurück nach Lanzhou gemusst…
Zum Glück fanden wir jemanden, der uns mit seinem Lieferwagen die rund 250km bis in die Stadt fahren würde. Er traf etwa um 22:00 ein, lud all unser Hab und Gut ein und wir fuhren knapp 4 Stunden durch die stockfinstere Nacht bis nach Min Le. Somit konnten wir nicht einmal die Aussicht geniessen 🙁 Knapp nach 2 Uhr morgens kamen wir im Hotel an und fielen todmüde und sehr frustriert ins Bett…
Da wir erst etwa um 3 Uhr im Bett waren, schliefen wir am nächsten Tag aus und machten Pause. Wir genossen eine schöne Aussicht auf die Berge, die wir durchfahren hätten wollen…
Am nächsten Morgen sahen wir leider gar nichts mehr, da ein Sandsturm über Gansu fegte. Wir fuhren trotzdem – mit Maske – die 70km in die Stadt Zhangye. Trotz Sand in der Luft und viel Gegenwind eine tolle Fahrt, da wir etwa 800 Höhenmeter verloren und somit sehr flott voran kamen.


Zhangye liegt etwa in der Mitte des Hexi-Korridors. Der Hexi-Korridor ist ein langer, schmaler Landstreifen, der sich durch die Provinz Gansu zieht. Im Norden liegt die Wüste Gobi, im Süden das Qilian-Gebirge, wodurch der Korridor eine wichtige Verbindung zwischen West und Ost ist. Durch das Schmelzwasser der Berge ist auch Landwirtschaft möglich. Historisch war der Hexi-Korridor ein zentraler Abschnitt auf der Seidenstrasse, der von vielen Händlern, Pilgern, aber auch Armeen passiert wurde.

In Zhangye mussten wir wiederum einen Tag Pause machen, da immer noch sehr viel Sand in der Luft war, der von den Wüsten im Westen vom Wind gegen Osten getragen wurde. Wir besuchten den grossen Buddha-Tempel, welcher den grössten liegenden Buddha Chinas enthält. Ausserdem besagt eine Legende, dass in diesem Tempel Kublai Khan geboren wurde, Dschingis Khans Enkel und Begründer der Yuan-Dynastie. Die Yuan-Dynastie bezeichnet das von 1279 bis 1368 über ganz China regierende Mongolische Kaiserhaus.
Am nächsten Tag hatten wir aber perfektes Wetter und wir radelten eine kurze Etappe nach Zhangye Danxia. Danxia bezeichnet eine spezielle geologische Formationen aus rotfarbenem Sandstein. Aufmerksame Leser:innen werden sich erinnern, dass wir in Shaoguan im Süden von China schon einmal so eine Region besucht haben. Die Danxia-Region in Zhangye ist mit der regenbogenfarbenen Landschaft die wohl berühmteste.
Unterwegs dorthin wurden wir Zeugen von einem anderen Naturspektakel, nämlich einen sogenannten Zirkumhorizontalbogen. Es handelt sich dabei um einen „Regenbogen ohne Regen“, und ist somit gar kein Regenbogen, sondern eine besondere Form einer Halo. Es war wunderschön und auch ein bisschen poetisch, da wir ja unterwegs zu den Regenbogen-Bergen waren!
Dort angekommen checkten wir gegen Mittag in ein herziges Guesthouse ein und ruhten uns am Nachmittag aus. Es sei viel zu heiss, schon mittags zu gehen… Um etwa 16:00 wurden wir kostenlos zum Eingang der Regenbogen-Landschaft gefahren, zahlten den Eintrittspreis und fuhren mit den Shuttle-Bussen zu den verschiedenen Beobachtungsstationen. Der Himmel strahlte tiefblau und die Berge erschienen prächtig in ihren Regenbogenfarben. Auf jeden Fall ein Highlight auf unserer Reise, trotz der Hitze! Da man viele Treppen hochsteigen musste, um zu den Aussichtspunkten zu gelangen, schwitzten wir ganz schön!
Weiter ging es mit einer Fahrt nach Gaotai, eine Stadt irgendwo im Hexi-Korridor. Die Luft war am Morgen wieder voller Sand – Wie viel Glück wir am Vortag hatten bei der Besichtigung der Danxia!! Immerhin fuhren wir bergab und es ging flott voran. Wieder sahen wir gegen Mittag eine perfekte Halo.

Der nächste Tag hatte es in sich: Wir planten, innerhalb von zwei Tagen in die Stadt Jinta durch die Wüste zu fahren. Unterwegs wollten wir in der Wüste zelten und packten somit Vorräte und viel Wasser ein. Zuerst folgten wir noch einem Fluss, dessen Ufer reich mit verschiednen Gemüse bepflanzt war. Auch sahen wir sehr herzige Esel 🙂 Als wir denn Flusslauf dann verliessen, waren wir plötzlich auf einer einsamen Strasse durch die Wüste. Teilweise waren wir nur wenige Kilometer von der inneren Mongolei entfernt.
Nach etwa 60 Kilometern wollten wir uns einen Schlafplatz suchen, doch wieder Mal standen wir vor einem Problem: Militärbasis (welche auf der Karte nicht eingezeichnet war)… Unser grosses Problem dabei war, dass Vivi als Taiwanesin nicht so tun konnte, die Schilder nicht zu verstehen. Konkret bedeutete dies, dass wir uns nicht trauten, dort zu übernachten, da wir auf keinen Fall mit dem Gesetz in Konflikt geraten wollten. So fuhren wir immer weiter, und entschieden uns dann, einfach die zweite Etappe nach Jinta gleich anzuhängen.
So fuhren wir in der Wüste in einen prächtigen Sonnenuntergang und fanden sogar ein verfallenes Stück der chinesischen Mauer. Unter prächtigem Sternenzelt fuhren wir durch die stockfinstere Nacht. Zwischendurch wurden wir von einem Lastwagen überholt, der die Strasse erhellte, dann war es wieder finster und still. Nach einem kleinen Hügel sahen wir endlich die Lichter der Stadt und trafen müde nach 122km und über 8.5h im Sattel – einem neuen Tagesrekord – im Hotel ein. Es gab noch ein Hin und Her wegen angeblichen sensiblen Regionen in der Stadt und der Angst, dass ich ein Spion sei. Vivi war aber so müde, dass sie sich dies nicht gefallen liess und so konnten wir nach kurzer Diskussion – und Telefon mit der Polizei – schlussendlich bleiben.
Nach einem Pausentag – wir hatten ja am Vortag zwei Tagestouren an einem Tag erledigt – fuhren wir die letzten Kilometer bis nach Jiayuguan. Wieder ging es – nach einem ganz kurzen Stück einem Fluss entlang – durch die Wüste und kontinuierlich aufwärts. Es wurde ganz schön heiss und wir machten am Nachmittag unter einem Baum eine Pause, bis die Sonne etwas tiefer stand. Wenigstens waren unsere Stühle wieder einmal in Einsatz! Am Abend trafen wir im Hotel ein, welches sich in der Nähe des Bahnhofs befand.
Jiayuguan ist als westliches Ende des Hexi-Korridors ein spannender Ort: Während der Ming-Dynastie, welche auf die mongolische Yuan-Dynastie folgte, war es der westlichste befestigte Punkt Chinas: Im Norden herrschten weiterhin die Mongolen, während im Westen davon verschiedene Khanate das Gebiet kontrollierten. Somit war in Jiayuguan auch das letzte Fort des chinesischen Militärs, und das westliche Ende der Grossen Mauer.
Letztere wurde während der Ming-Dynastie stark ausgebaut und erneuert, und diente hauptsächlich dem Schutz vor den Mongolen im Norden. Nach dem Zusammenbruch der mongolischen Yuan-Dynastie wollte die neue Regierung verhindern, dass sich eine ähnliche Fremdherrschaft wiederholen könnte. Jiayuguan war auch ein wichtiger Punkt auf der Seidenstrasse, denn viele Karavanen, die von oder nach Zentralasien reisten, passierten auf dem Weg die Tore dieser Stadt.
Wir wollten natürlich diese (restaurierten) historischen Bauwerke besichtigen und machten uns zuerst per Taxi auf zu der „überhängenden Mauer“. Der Wetterbericht meldete 22° und Wind, weshalb wir uns dementsprechend einkleideten. Nun, der Bericht war falsch: Es war mindestens 30° und wir erlitten fast einen Hitzeschlag, während wir die extrem steile Mauer hochkletterten. Es war aber trotzdem sehr eindrücklich.
Nach einer Pause nahmen wir ein weiteres Taxi zum Jiayuguan-Pass. Dort steht ein grosses, restauriertes Fort, welches die Eintrittspforte in das Reich der Mitte bildete. Auch dort war es extrem heiss und wir hatten nur wenig Lust, auf der Mauer in der prallen Sonne herumzugehen. Es war trotzdem sehr spannend, vor allem der Blick in das Ödland jenseits der Mauer. Wir kletterten am Schluss dann doch noch auf einen Turm und sahen auch noch den nicht-restaurierten Teil der Mauer.
Eigentlich wollten wir Jiayuguan erreichen, bevor wir nach Taiwan reisten. Da wir krank waren, schafften wir dies – wie im letzten Artikel erzählt – nicht. Somit war es auch nicht mehr möglich, mit den letzten 30 Tagen Aufenthaltserlaubnis durch Xinjiang bis nach Kasachstan zu fahren.
Somit mussten wir uns dazu entscheiden, die Strecke zwischen Jiayuguan und Ürümqi mit dem Zug zurückzulegen. Natürlich hätten wir nochmals eine Visumverlängerung beantragen können, aber da ich mich schon mehr als fünf Monate in China aufhielt, standen die Chancen dafür nicht gut (vor allem nicht, wenn man nach Xinjiang will). Zudem mussten wir auch das Timing unserer Reise im Auge behalten, denn das Zeitfenster für gutes Wetter in Zentralasien begann sich zu öffnen, und wir waren immer noch ziemlich weit davon entfernt 🙂 Natürlich nagte es – wie auch alle anderen Strecken, die wir nicht mit dem Fahrrad zurücklegten – etwas an uns, aber es gehört halt zu so einem Abenteuer dazu, dass man improvisieren muss…
Während wir in Jiayuguan waren, besorgten wir uns somit Zugtickets – was wegen den bevorstehenden Uni-Aufnahmeprüfungen (Gao Kao – Diese Prüfung entscheidet, ob man für die Uni zugelassen wird, was in China extrem hohen Stellenwert hat) gar nicht so einfach war – und versandten unsere Fahrräder und ein paar Taschen per Zug nach Ürümqi. Dort wird dann unser Abenteuer mit dem Fahrrad weiter gehen – Inschallah!

Die Wassermelone heisst auf Chinesisch Xi Gua (西瓜), die Melone aus dem Westen!





















































Hallo ihr Beiden,
wie immer ein superguter neuer Artikel eurer Reise. Danke dass ihr euer Abenteuer teilt!
Ich habe mal noch eine Frage zu eurem Gepäck. Wieviel wiegt euer Gepäck ohne Fahrrad? Wir haben 23 Kilo je Rad und eigentlich ist das viel zu viel. Aber für 2 Jahre fällt es so unglaublich schwer sich einzuschränken.
Nun ja, wir sind im Vergleich zu euch auch faul und reisen mehr mit Bahn und Bus. Mit ü 60 haben wir nicht mehr so viel Ehrgeiz.
Euch weiterhin alles Gute
Petra und Schorsch
Liebe Petra, Lieber Schorsch
Ja das liebe Gepäck…Meiner Ansicht nach haben wir auch viel zu viel dabei! Im September haben wir in Zürich für unseren Flug nach Singapur gut 100kg Material eingecheckt. Dabei fielen 2x 20kg auf die (Stahl-)Fahrräder. Somit hatten wir zu Beginn etwa 60kg insgesamt an Gepäck, inklusive der Taschen und wirklich allem Krimskrams, dabei. Mittlerweile haben wir einige Dinge nach Hause geschickt, haben aber auch Essen und ein paar neue Gegenstände dabei. Somit sind es wohl immer noch etwa so viel. Vivi hat etwas leichtere Taschen (um die 25kg), ich etwas schwerere (um die 35kg).
Wir haben einige Luxusartikel dabei, auf die man definitiv verzichten könnte. Zum Beispiel die Campingstühle. Aber nach einem Tag im Sattel nicht auf dem Boden sitzen zu müssen, ist auch toll 🙂 Da wir auch in etwas abgelegenere Gegenden mit dem Fahrrad fahren werden, haben wir auch einige Ersatzteile für unsere Fahrräder dabei, und vielleicht auch den einen oder anderen warmen Pulli zu viel…Aber eben, wenn wir ihn dann brauchen, sind wir vielleicht froh!
Fazit: Es ginge auf jeden Fall (viel) leichter – Da wir auch keine Radreise-Erfahrung hatten, sind wir jetzt recht schwer unterwegs. Wir sind aber grundsätzlich mit unserer Ausrüstung sehr zufrieden.
Viel Spass euch auf eurer weiteren Reise: Wir schauen auch zwischendurch in eurem Blog vorbei und finden toll, dass ihr ü60 noch so ein Abenteuer wagt!
Liebe Grüsse aus Xinjiang
Damian & Vivi
Hallo Ihr Zwei
Wie es scheint geht es Euch zu glück wieder gut! Nicht schön wenn Mann Krank ,Wirt und nicht zu
Hause ist kenne das auch. Die schönen Fotos und das geschriebene sind wieder als wäre Mann dabei
alles gute für die weitere reise .
Liebe Grüsse
Beatrice
Hallo Beatrice
Wir sind wieder gesund und werden morgen China in Richtung Zentralasien verlassen. Wir freuen uns sehr auf diesen neuen Abschnitt unserer Reise!
Liebe Grüsse in die Schweiz
Wei-Chi und Damian